Mitteilungsblatt des Bochumer Bürgervereins

Bochum, September 2006                          Nr. 10

Inhaltsverzeichnis

Ruth Engler: Gedenktafel in der jüdischen Gemeinde

Nach dem Tod eines nahen Angehörigen ist es Tradition, vier Wochen lang ein Totenlicht brennen zu lassen. Am Jahrestag des Todes wird das Jahreslicht entfacht, gleichzeitig sollte gefastet werden.

Die jüdische Gemeinde Bochum - Herne - Hattingen hat im Jahr 2002 eine Gedenktafel erworben. Die Tafel soll nicht nur für die Angehörigen eine Möglichkeit bieten, ihrer Toten zu gedenken, sondern sie erinnert auch gleichzeitig an die 6 Millionen Juden, die ermordet wurden. Für sie brennen immer mehrere Lichter.

Für viele Gemeindemitglieder war es ein großer Wunsch, ihrer verstorbenen Angehörigen an ihrem Todestag zu gedenken. Die Tradition der Gedenktafel ist sehr alt; wo sie genau entstanden ist, ist leider nicht eindeutig festzustellen.

Für unsere Mitglieder, die zum größten Teil aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion stammen, ist die Gedenktafel häufig die einzige Möglichkeit, ihre Toten zu ehren, da sie zum großen Teil die Gräber ihrer Lieben nicht mehr aufsuchen können.

Die Gedenktafel besteht aus Holz, auf der kleine Messingtafeln in Form eines Baumes angebracht worden sind. Eine kleine künstliche Kerze kann an der Jahreszeit angezündet werden. Die Tafel bietet Platz für den vollständigen Namen und das Todesdatum, wobei neben der üblichen Zeitrechnung, das Todesdatum noch in hebräischer Zeitrechnung eingraviert ist.

Diese Tafeln können von den Angehörigen erstanden werden. Von den vorhandenen 135 Tafeln ist bereits mehr als die Hälfte vergeben.

Gedenktafel