Mitteilungsblatt des Bochumer Bürgervereins

Bochum, September 2007                          Nr. 11

Inhaltsverzeichnis

Bochum gegen Rechts -  Nazis keine Chance 

Wie in vielen anderen Städten auch, gibt es in Bochum eine rechte Szene, die immer wieder mit öffentlichen Aktionen auf sich aufmerksam macht. Im letzten Jahr war so auch immer wieder der Bau der neuen Bochumer Synagoge Thema. In populistischer Form argumentierten die Rechten, das viele Geld, das die öffentliche Hand für diesen Bau zur Verfügung stelle, könne man angesichts großer Arbeitslosigkeit, der Tatsache, dass immer mehr Freizeiteinrichtungen in ihren Öffnungszeiten reduziert oder ganz geschlossen würden, auch sinnvoller nutzen. Bisher war es immer so, dass die aufgeklärte Öffentlichkeit bei genehmigten Aufmärschen der Rechten aktiv wurde und zu Gegendemonstrationen aufrief. Unbefriedigend dabei war, dass man auf die Aktionen der Rechten immer nur reagierte, nicht selbst aktiv wurde.

Im Herbst 2006 trafen sich auf Anregung der VVN - Bund der Antifaschisten Kreisvereinigung Bochum ca. 20 Organisationen, Parteien, Gewerkschaften, Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen, um zu beraten, wie man mit verschiedenen Aktionen auf die Umtriebe der NPD und anderer neofaschistischer Gruppen aufmerksam machen könne. Man wollte künftig nicht nur auf die Aktivitäten der neofaschistischen Gruppen reagieren, sondern selbst die Initiative ergreifen.

Gegründet wurde das Bündnis "Bochum gegen rechts - Nazis keine Chance". Man plante ein Veranstaltungsprogramm bis Ende April 2007: Eine Vortragsreihe und Ausstellungen sollten nicht nur auf die rechten Umtriebe aufmerksam machen, sondern auch aufklären, was rechte Gewalt in Vergangenheit und Gegenwart in Bochum, der Region und in Deutschland angerichtet haben.

In einem Pressegespräch am 18. Januar 2007 stellte sich das Bündnis der Öffentlichkeit vor und präsentierte zugleich sein Veranstaltungsprogramm bis Ende April 2007. Die Volkshochschule Bochum wurde gewonnen, sie unterstützte das Programm mit eigenen Veranstaltungen.

Wesentlicher Bestandteil des Programms, in einem Pressegespräch am 20. März 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt, war die Präsentation der Ausstellung "Opfer rechter Gewalt" im Zeitraum vom 23. März bis 22. April 2007.

Die Ausstellung wurde zunächst im Jahrhunderthaus der IG Metall Bochum, anschließend in der Volkshochschule gezeigt. Die Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“ porträtiert 134 Menschen, die seit 1990 rechter Gewalt in Deutschland zum Opfer fielen. Viele Opfer wurden getötet, weil für sie im Weltbild von Rechtsextremisten kein Platz war, manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen. Einige Schicksale bewegten damals die Öffentlichkeit, viele wurden kaum zur Kenntnis genommen, vergessen sind die meisten. Die Ausstellung ruft das Schicksal dieser Menschen in Erinnerung.

Von großer öffentlicher Bedeutung war, dass bei den Eröffnungsveranstaltungen im IG-Metall-Haus und in der Volkshochschule nicht nur Vertreter der VVN und der IG Me-tall, sondern auch die Oberbürgermeisterin unserer Stadt, Frau Ottilie Scholz sprachen.

Die Aktivitäten des Bündnisses "Bochum gegen Rechts" wurden von Presse und Öffentlichkeit in unserer Stadt sehr positiv aufgenommen. Nach den Sommerferien wird das Bündnis wieder zusammenkommen und über weitere Aktivitäten beraten.                                                                 

(Klaus Kunold)