Mitteilungsblatt des Bochumer Bürgervereins

Bochum, September 2008                          Nr. 12

Inhaltsverzeichnis

Blick in die Geschichte. - Einweihung der Gedenktafel in der Bochumer Synagoge zur  Erinnerung der im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde Bochum am 8. Mai 1921.

  Viele deutsche Männer zogen mit Begeisterung im August 1914 in den Krieg, der später der Erste Weltkrieg genannt wurde. Darunter waren auch die jüdischen Männer, die glaubten, mit diesem so  bekundeten Deutschtum endgültig die volle gesellschaftliche Anerkennung finden so können. Aber es sollte anders kommen: Als der schnelle Sieg nicht errungen wurde, suchte man  als eine Erklärung auch das mangelnde Engagement der  Juden. Sie seien nicht entsprechend ihrem Anteil an der deutschen Bevölkerung bei den Soldaten vertreten. Eine sogenannte "Judenzählung" unter den Soldaten bewies zwar das Gegenteil, aber das Misstrauen war gesät. Und als der Krieg verloren, das Kaisertum in der deutschen  Revolution untergegangen war, folgte eine neue Welle des Antisemitismus in ganz Deutschland, auch in Bochum. Ein Beispiel dafür ist die in den Bochumer Medien über Wochen geführte öffentliche Auseinandersetzung, die der Bochumer Rabbiner Dr. David im Jahre 1919 mit zwei evangelischen Pfarrern führte. Pfarrer Z. hatte am 19. Januar 1919 im evangelischen Gemeindeblatt, kirchlicher Anzeiger der evangelischen Gemeinde Bochum-Altstadt geschrieben: Was unsere Kirche jetzt mobil macht, - es ist die Angst um das, was für unser ganzes Volk auf dem Spiele steht, wenn statt des Christentums jetzt das Judentum die beherrschende Macht im öffentlichen Leben würde oder das moderne Heidentum, das doch schließlich von dem Judentum und seiner Presse geistig gespeist wird. Diese Sorge hat uns wach gemacht (1). Ähnlich hatte sich Pfarrer Z. bereits im Jahr zuvor in einem Artikel in der für die evangelische Jugend bestimmten Wartburgzeitung geäußert. Dr. David sah in solchen Äußerungen einen Beitrag zur allgemeinen Judenhetze, das gelte auch  für Äußerungen des Pfarrers K., der sich durch entsprechende Äußerungen ein Scherflein zur Judenhetze Lorbeeren verdienen wolle (2). Pfarrer K. hatte auf einer Versammlung der Deutschen Volkspartei deutschen Juden ihr Deutschtum abgesprochen, betont, sie seien lediglich Gäste in unserem Volke. Gäste behandle man wohl gerne mit ausgesuchter Höflichkeit und Freundlichkeit, aber man räume ihnen keine Hausherrenrechte ein. Die Juden dagegen übten eine ganz unverhältnismäßige Herrschaft in unserem Volke aus, vornehmlich durch die Presse, das Theater u.a. Das gereiche nicht den Juden zum Vorwurf, sondern den deutschen, daß sie nicht deutschbewusst und stark genug wären, sich solch fremden Einflusses zu erwehren. Nur wenn unser Volk von Grund aus deutsche und christliche Art und Gesittung entwickele und pflege, würden unsere Kinder einmal wieder auf ihr deutsches Volkstum stolz und dieses ein Segen für die Welt werden können (3).
  Es ist hier nicht der Platz, diese Diskussion im Detail nachzuzeichnen. Sie bietet nur einen Einblick in die Situation der deutschen Juden nach dem Ersten Weltkrieg - nicht nur in Bochum -, als man ihnen die Verantwortung für den verlorenen Krieg und die Revolution gab, ihnen aber auch ihr Deutschtum absprach, sie zu Gästen in Deutschland machen wollte. Aber die deutschen Juden wehrten sich. Von großer Bedeutung war dabei für sie die Betonung ihres Deutschtums. Eine Form dafür war die Erinnerung an die gefallenen jüdischen Soldaten. In nahezu allen Synagogen wurden Gedenktafeln mit den Namen der gefallenen Mitglieder der jeweiligen jüdischen Gemeinde aufgestellt. So auch in Bochum am 8. Mai 1921. Interessant ist dabei die Ansprache von Rabbiner Dr. David, die im Original nicht überliefert ist, die aber in der Presse ausführlich zitiert wurde. Für heutige Ohren überrascht das nationale Pathos der Ansprache. Sie war aber sicher ehrlich, ist im Kontext der damaligen Zeit zu lesen.
  Wir drucken im folgenden die Artikel aus dem  Märkischen Sprecher vom 25. Mai 1921 und aus der Allgemeinen Zeitung des Judentums vom 27. Mai 1921.

Der Märkische Sprecher schrieb am 25. Mai 1921 (4):
Eine Gefallenen-Ehrung.
  ...Wie sind die Helden gefallen. Schneller als Adler waren sie, Stärker als Löwen ... An diese Worte aus der Klage Davids um die Toten auf dem Gebirge Gilboa erinnern der Adler und der Löwe, die als schlichter  Schmuck auf dem schwarzen Marmorrahmen angebracht sind, der die  Gedenktafel umfasst, die von der  Synagogengemeinde in Bochum in ihrem Gotteshause dem Andenken ihrer im Weltkriege gebliebenen Mitglieder gewidmet wurde. Die Namen der dreißig Gefallenen sind auf drei Bronzeplatten verzeichnet, die in rotem Marmor eingelassen sind. Über dem Ganzen leuchten in goldener Schrift die Worte:  Mit seinem Fittiche bedeckt er Dich und unter seinen Flügeln bist Du geborgen, Schild und Schirm ist seine Treue (Ps. 91,4), darunter hebräisch: Das Andenken der Gerechten zum Segen. Unten sind die Worte angebracht:  Den im Weltkrieg gefallenen Söhnen unserer Gemeinde zum Gedächtnis.  Die Mittel für das wertvolle Kunstwerk, das dieses Gedenkzeichen darstellt, sind gespendet worden; hauptsächlich  waren es aus dem Feldzuge glücklich heimgekehrte Mitglieder der Synagogengemeinde, die die Kosten bestritten. Der Entwurf stammt von den Architekten Robert und Kirchmeyer, Bochum, die Ausführung lag in Händen des Bildhauers Thelen, Essen.
  Zu einer weihevollen Stunde gestaltete sich jüngst ein feierlicher Akt in der Synagoge aus Anlass der Fertigstellung des Ehrenmales. Dabei ging Rabbiner  Dr. David in seiner Festrede von den oben erwähnten Worten aus der Totenklage Davids aus, erinnerte an den Auszug der Krieger und gab der Trauer um diejenigen Ausdruck, die des Weltkrieges Opfer wurden.  Aber es wäre dennoch nicht in eurem Geist, ihr heimgegangenen Brüder, so führte er weiter aus, wenn Tränen und Klagen das  einzige wären, was euer Tod gewirkt hat, es wäre auch nicht die echte, edelste Liebe zu euch. Die wahre Liebe treibt uns zu suchen, was eurem Tode einen Sinn und damit unserm Herzen Trost und unserm Leben Inhalt zu geben vermag. Ihr selber, zumal die Hochgemuten unter euch, glaubtet den Sinn eures Todes und damit eures Lebens zu begreifen, ihr glaubtet, dass aus eurem Blute des deutschen Vaterlandes Sieg und Gedeihen erblühte ... Allein des Vaterlandes Sieg ward nicht errungen, vergeblich war der vierjährige Heldenkampf unseres Volkes, vergeblich alle Opfer, die es gebracht, und gerade in diesen Tagen erfährt es aufs Neue, was es heißt: Weh dem Besiegten (5). Der Weg, der hinausführte aus Schmach und Weh und Bitternis, sei der Weg ins Gotteshaus. Hier erscheint uns oft so klein, was sonst uns groß und wichtig vorkam ... Darum kannten wir auch keine Stätte, die geeigneter war, eures Namens Gedenken festzuhalten, als das Gotteshaus ... Ihr lebt, solange es Menschen  gibt, die die Kraft haben, an Seelengröße und hochgemutes Menschentum zu glauben; ihr lebt im treuen Gedenken dieser ganzen Gemeinde, ihr lebt im edelsten Stolz der Alten, ihr lebt in der Bewunderung der Jugend, ihr lebt noch bei fernen Geschlechtern, die euch nie gekannt, die aber aus diesem Denkzeichen an heiliger Stätte eines lesen: dass in euch lebendig war der Geist, der emporreißt aus dem Menschlich-Kleinen zu dem Göttlich- Großen... Der Gerechte wird leben durch seine Treue.  Der Redner erinnerte  an die Erzählung, nach der Moses beim Auszug aus Ägypten die Bundeslade mit dem Zehngebot voranziehen ließ, neben ihr aber die Lade mit den Gebeinen Josefs. Und als man fragte,  was soll die Lade eines Toten neben der Lade des lebendigen Gottes? Da wurde die Antwort gegeben:  Dieser Tote hat erfüllt, was in jener geschrieben steht. Im Mittelpunkt unseres Gotteshauses, so führte Dr. David weiter aus,  bleibt nach wie vor die heilige Lade mit unserer Torah, die uns voranzieht, weisend den Weg des Lebens. Aber zu ihr ist ein neues Sinnbild hinzugekommen. Denn die Torah  enthält Lehre, Vorschrift und Gesetz. Wie diese Lehre  aber im Menschenherzen gezündet hat, wie sie zur Opferwilligkeit, Kameradschaft und Nächstenliebe angetrieben hat,  wie sie Menschen befähigt, ihr Leben einzusetzen und in Begeisterung hinzugeben für die Gesamtheit, das kündet uns die Tafel, auf der steht wie von Geisterhand geschrieben: Diese  haben erfüllt, was in jener Lehre verzeichnet ist. Die Ehrung der Getreuen sieht der Redner besonders darin,  dass wir uns fähig machen der gleichen Hingabe an das Vaterland. Das neue Denkzeichen im Gotteshaus solle den Weg der Überwindung zeigen. Solle dieser Mauerschlag nicht wichtiger und entscheidender sein als alle Zettel der Gasse? Die Namen der Gefallenen sollten sprechen  von unentwegter Treue zum deutschen Vaterland, sprechen so eindringlich und gewinnend wie nur Blutzeugen der Treue sprechen können,  und sie sollen wirken und wecken, was echte Liebe und Treue immer wecken wird: gleiche Liebe, gleiche Treue und Hingebung ans Vaterland, das heute in seiner Not erst  recht Menschen nötig hat, die nicht verbittert, nicht zweifelnd und schwankend sind, sondern stark und mutig und  hoffnungsfreudig aufbauend und vor allem treu. Wer weiß, so führte der Redner u.a. noch aus, ob der Tod so vieler  nicht kommen musste und die Not der Menschheit so lange anhält, bis die kranke Menschheit erkennt, dass Vergewaltigung  und Unterdrückung anderer Völker ein Fieberwahn ist ... alle großen Ziele werden durch große Opfer erreicht, das  scheint ein Gesetz der Weltordnung. Der Redner erinnerte an die Worte des Propheten.  Sie werden ihre Schwerter umwandeln zu Pflugscharen, ihre Lanzen zu Rebmesseren  und schloss seine gedankenreiche, bei der Zuhörerschaft tiefen Eindruck hinterlassende Rede mit Gebet.

Die  Allgemeine Zeitung des Judentums vermittelte in einem Artikel in der Ausgabe vom 27. Mai 1921 einen Eindruck vom Ablauf des Gottesdienstes anlässlich der Einweihung der Gedenktafel (6).

Bochum, 20. Mai. Die israelitische Gemeinde Bochum hat im Weltkriege 30 ihrer Söhne verloren. Davon sind 26 gefallen, vier werden vermisst seit der ersten Kriegszeit, sie sind den Toten zuzuzählen. Zum Andenken an diese Helden ist am Eingang der Synagoge an der Westseite eine Tafel eingelassen worden, die ihre  Namen der Nachwelt erhalten soll. Nach den Plänen der Architekten Robert und Kirchmeyer hat der Bildhauer Thelen in Essen ein Kunstwerk geschaffen, das in seiner schlichten Schönheit eine stumme und doch beredte Sprache redet. Die Weihe des schönen Gedenkzeichens fand am 8. d. M. in überaus eindrucksvoller Weise statt. Nach einem in die rechte Stimmung versetzenden Orgelpräludium und einem von Herrn (Herrmann) Busch meisterhaft vorgetragenen ergreifenden Cellosolo mit Orgelbegleitung  richtete der Vorsitzende des Synagogenvorstandes, Kommerzienrat Schüler, an alle Gäste, insbesondere an die Vertreter des Kreiskriegerverbandes, dessen  Fahnen im Halbkreis den Lorbeerhain umgaben, aus dem die goldenen Lettern hervorleuchteten, ein herrliches Begrüßungswort. Dem Anreger des schönen Gedankens, den Stiftern und Förderern entbot er tiefgefühlten Dank.  Nach einem abermaligen Solo des Herrn Busch sang der wohlgeschulte Synagogenchor die wehmutsvoll-trostreiche Weise: Wie sie so sanft ruhn. Die nun folgende Weiherede des Rabbiners Dr. David, ein rhetorisches Meisterstück, knüpfte an das Klagelied Davids um Jonathan an: Wie sind die Helden so gefallen im Streite, um die Berechtigung der Klage um die Söhne der Gemeinde, die im Kriege gefallen, herzuleiten,  denn sie kehrten nicht wieder. Die stolze Jugendkraft, die ernste Pflichterfüllung der Männer ist Trauer wert. Aber es sei nicht in ihrem Geiste, sich nur der Klage hinzugeben, das wäre nicht die rechte Liebe zu ihnen. Die Hochgemuten glaubten den Sinn des Lebens und ihres Sterbens darin zu finden, dem geliebten Vaterlande den Sieg zu erringen. Das Vaterland hat den Sieg nicht errungen, vergeblich war der vierjährige Heldenkampf unseres Volkes, und gerade in diesen Tagen werden wir inne, was es heißt; Wehe den Besiegten. Der Weg, der hinausführe aus Schmerz und Bitternis, sei der Weg ins Gotteshaus, die Stätte, wo man mit anderem Maßstab als im Getriebe der Welt urteile, wo man emporblicke aus Vergänglichem zu Unvergänglichem, aus Irdischem zu Ewigem. Keine würdigere Stätte konnte darum gefunden werden für die Gedenktafel, als das Gotteshaus. Ihr lebt, ihr Helden, so lange es Menschen gibt, die die Kraft haben, an Seelengröße zu glauben, ihr lebt im Stolz der Alten, in der Bewunderung der Jugend, lebt im Gedenken ferner Geschlechter, die wissen, dass in euch der Geist lebendig war, der aus menschlichen Leiden zu göttlich Großem führt; durch euch wird erfüllt werden das Wort: Der Gerechte durch seine Treue wird er leben. Stimmungsvollen Nachhall fand die Rede durch den vom Synagogenchor vorgetragenen Chor zur Seelenfeier. Mit dem Kaddischgebet, dem Chor Lochen somach libbi und einem wundervollen Postendium fand die ergreifende Feier einen feierlichen, trostreichen Ausklang.

Wie feierten die Bochumer Juden bei dieser Veranstaltung ihr Deutschtum. Die folgenden Generationen sollten sich noch daran erinnern, dass die dreißig Männer der jüdischen Gemeinde für ihr Vaterland gestorben waren. Die Gedenktafel wurde für die Ewigkeit gestaltet. Die deutschen Juden organisierten sich im "Reichsbund jüdischer Frontsoldaten", pflegten und verteidigten in der zunehmend giftiger werdenden Atmosphäre dieses  Deutschtum.Und doch sollte es nur wenige Jahre dauern, bis all das nicht mehr galt. Zwar genossen die Weltkriegsteilnehmer nach 1933 zunächst noch einen gewissen Schutz, aber spätestens 1935 war es damit vorbei. Allen Juden wurde ihr Deutschtum abesprochen, sie wurden zu Menschen zweiter Klasse, endeten - wenn ihnen nicht die Flucht aus Deutschland gelang - in den Konzentrationslagern. Nur wenige von diesen überlebten.
  Die Bochumer Synagoge wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstört, mit ihr auch die Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Was bis heute erhalten geblieben ist, das ist der Löwe, der - zusammen mit einem Adler - als schlichter Schmuck auf dem schwarzen Marmorrahmen angebracht war, der die Gedenktafel umfasste. Frau Karla Goldberg  geb. Baer brachte 1996 bei ihrem Besuch in Bochum eine Kopie dieses Löwen als Gastgeschenk mit, übergab sie dem damaligen Oberbürgermeister Stüber. Das Original befindet sich in den Händen ihrer Familie. Und Frau Goldberg erzählte die abenteuerliche Geschichte, wie dieser Löwe aus der Synagoge in die Hände ihrer Familie gekommen war, wie sie ihn bis heute aufbewahrt hat. Karla Goldbergs Vater, Leo Baer, betrieb in der Gerberstraße einen Altwarenhandel. Am 10. November 1938 kam ein der Familie unbekannter Mann in den Betrieb, übergab den Löwen und verschwand ohne weiteren Kommentar wieder. Die Familie Baer floh 1939 über die grüne Grenze nach Frankreich, wurde zeitweise getrennt, alle überlebten aber und fanden nach dem Krieg wieder zusammen. Den Löwen hatten sie immer in ihrem Gepäck. Auch als sie Ende der vierziger Jahre nach Toronto übersiedelten, sich dort eine neue Existenz aufbauten. Und so kam es denn, dass eine Kopie des Löwen fast sechzig Jahre nach der Zerstörung der Synagoge und der Gedenktafel wieder nach Bochum kam. Die Stadt Bochum hat den Löwen anlässlich der Einweihung der neuen Bochumer Synagoge im Dezember 2007 der jüdischen Gemeinde Bochum-Herne- Hattingen übergeben. Er wird dort einen Ehrenplatz erhalten - für alle Ewigkeit? So wollte  es die alte Bochumer jüdische Gemeinde 1921. 

                                                                               (Hubert Schneider)

  (1)  Diese Aussage bestätigte Pfarrer Z. noch einmal wörtlich in einer öffentlichen Erklärung vom 7.2. Februar 1919. Zu Pfarrer Z. siehe auch Peter Friedemann: Johannes Z. - Ein Pfarrerleben zwischen Kaiserreich und Diktatur, Bielefeld 1990, S. 29-41.
  (2) Siehe hierzu den offenen Brief Dr. Davids an Pfarrer Z. vom 21. Januar 1919 (Stadtarchiv Bochum, B V 1).
  (3) Diese Aussagen bekräftigte Pfarrer K. noch einmal in einer Erklärung, die im Märkischen Sprecher am  7. Februar 1919 abgedruckt wurde.
  (4) Dieser Artikel ist auszugsweise auch als Dokument 25 abgedruckt bei Wilbertz, Gisela: Synagogen und jüdische Volksschulen in Bochum und Wattenscheid. Ein Quellen- und Lesebuch, Bochum 1988, S. 54.
  (5)  Es waren dramatische Tage und Ereignisse, auf die sich diese Aussage Dr. Davids bezog: In Paris vereinbarten die Ententemächte im Januar 1921, dass Deutschland 42 Jahreszahlungen an Reparationen leisten solle, aufsteigend von 2 bis auf 6 Milliarden. Im März wurde der deutschen Regierung eine Frist von 4 Tagen für die Annahme der Pariser Beschlüsse gestellt. Sie lehnte ab. Darauf wurden am 8. März 1921 als Sanktionsmaßnahme Duisburg, Ruhrort und Düsseldorf besetzt. Inzwischen hatte die Reparationskommission die Gesamtforderung auf 132 Milliarden berechnet. Durch das Londoner Ultimatum vom 5. Mai 1921 erzwangen die Entemächte unter Drohung mit Ruhrbesetzung und neuer Blockade die Annahme dieser Summe.
  (6)  Dieser Artikel ist auch abdruckt als Dokument 24 bei Wilbertz, Synagogen und jüdische Volkschulen, S. 52f.