Mitteilungsblatt des Bochumer Bürgervereins

Bochum, September 2010                          Nr. 14

Inhaltsverzeichnis

Neue Bücher

Hubert Schneider: Die „Entjudung“ des Wohnraums – „ Judenhäuser“ in Bochum,. Die Geschichte der Gebäude und ihrer Bewohner. LIT VERLAG Dr. W. Hopf Berlin 2010 (ISBN 978-3-643-10828-9), 475 S., 29,90 Euro

Zur Nachahmung empfohlen! Heraus mit den Juden aus den guten und billigen Wohnungen!

Mit dieser populistischen Kampfparole der Nationalsozialisten aus dem Jahre 1939 begann die  systematische Vertreibung der österreichischen und deutschen Juden aus ihren angestammten Wohnungen. Hinter dieser Politik standen nicht nur ideologische Prinzipien, sondern auch handfeste materielle Interessen. Viele Nichtjuden profitierten davon. Die Räumung der Wohnungen, die Einrichtung von sogenannten Judenhäusern war überdies die erste Station des Weges, der über die Separierung und die  Deportation zur Vernichtung führte. In Bochum wurden ab 1939 zehn dieser  Judenhäuser errichtet. In ihnen wurden nachweislich ca. 100 jüdische Familie vor ihrer Deportation  in die Konzentrations- und Vernichtungslager zusammengepfercht. Deren Geschichten werden in diesem Buch erzählt. Die Darstellung der sogenannten Arisierungs- und Wiedergutmachungs- politik im Allgemeinen und deren Umsetzung in Bochum ordnet diese einzelnen Geschichten in den größeren historischen Kontext ein.

                                          (Hubert Schneider)