Mitteilungsblatt des Bochumer Bürgervereins

Bochum, September 2017                          Nr. 21

Inhaltsverzeichnis

Liebe Freunde und Förderer des Vereins

„ERINNERN FÜR DIE ZUKUNFT e.V.“

Sie erhalten heute die 21. Ausgabe unseres Mitteilungsheftes, das wir jährlich zum jüdischen Neujahrsfest an Sie verschickt haben. In all den Jahren haben wir versucht, Sie über unsere Arbeit zu informieren, aber auch über alle Entwicklungen in Bochum, von denen wir meinten, dass diese für Sie von Interesse sein könnten. Darüber hinaus wurde das Heft auch zu einem Forum, in dem Sie, liebe Leserinnen und Leser, ihre eigenen Anliegen (Erinnerungen usw.) veröffentlichen konnten. Vor allem dafür möchten wir uns herzlich bei Ihnen bedanken.

Die Nummer 21 wird das letzte Heft sein, das wir in dieser Form an Sie verschicken. Das hat verschiedene Gründe: Als wir das erste Exemplar 1996 erarbeiteten, waren unsere ersten und wichtigsten Adressaten die Überlebenden der alten jüdischen Gemeinde, die 1995 und in den Jahren danach auf Initiative unseres Vereins und auf Einladung der Stadt Bochum für eine Woche in die alte Heimat- und Geburtsstadt zu Besuch kamen. Das Heft kam gut an, wurde mit Interesse gelesen. Das zeigten die Reaktionen, die uns brieflich, telefonisch oder – später – per email erreichten. 21 Jahre sind wahrlich eine lange Zeit. Und wir mussten leider feststellen, dass der Kreis der Leser, die wir in erster Linie erreichen wollten, immer kleiner wurde. Immer öfter mussten wir berichten, dass wieder der einer oder andere unserer Leserinnen und Leser verstorben war. Wir haben dies immer mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen, aber irgendwann geht jedes Leben zu Ende. Die wenigen unserer längst zu Freunden gewordenen Leser, die wir zuletzt noch erreichen konnten, sind i.d.R. mindestens 90 Jahre alt oder älter. Kontakt ist nur noch mit ganz wenigen möglich. Und in diesen wenigen Fällen erfolgt der Kontakt über e-mail. Das soll auch in Zukunft so sein. Sie werden also in Zukunft kein Heft mehr in der gewohnten schriftlichen Form erhalten, wir werden sie in unregelmäßigen Abständen im Netz unter

www.erinnern-fuer-die-zukunft.de

informieren.

In diesem Heft werden wir also letztmalig über die Ereignisse im jüdischen Leben Bochums informieren, die uns im letzten Jahr beschäftigten. Zwei Themenbereiche waren das vor allem: In Bochum wurden im Rahmen des von der Evangelischen Stadtakademie konzipierten Stelenweges zwei neue Stelen aufgestellt: 1. Am heutigen Springerplatz – früher Moltkeplatz – wird an das jüdische Leben im alten Arbeiterviertel Stahlhausen erinnert. 2. Auf der vor der alten Synagoge bzw. dem alten jüdischen Schulhaus/ Gemeindezentrum wird einmal an die Struktur der alten jüdischen Gemeinde und dann an die Kindertransporte 1939 erinnert. Zu beiden Themen veröffentlichen wir Redetexte und Fotos. Bei dem zweiten Themenbereich handelt es sich um die Einrichtung einer zentralen Gedenkstelle für jüdisches Leben in Bochum im alten Nordbahnhof – wir berichteten bereits im letzten Heft darüber. Hierzu drucken wir den Text eines Vortrags ab, den Hubert Schneider bei einer Veranstaltung im Stadtarchiv Bochum gehalten hat.

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern alles Gute.

Herzlichst

Ihre Redaktion