Mitteilungsblatt des Bochumer Bürgervereins

Bochum, September 2004                             Nr. 8

Inhaltsverzeichnis

 

Eine neue Synagoge für Bochum !

Mit der „Bochumer Erklärung“ hatten Persönlichkeiten wichtiger gesellschaftlicher Organisationen in Bochum (Oberbürgermeister Stüber, Probst Bittern - kath. Stadtdechant, Superintendent Sobich - ev. Kirchenkreis, DGB-Vorsitzender Hinse, IHK-Präsident Pieper und der Rektor der Ruhr-Universität Bochum, Prof. Wagner) zur Gründung des Fördervereins „Freundeskreis Bochumer Sy-nagoge“ am 18. September 2003 in die Hauptstelle der Bochumer Sparkasse eingeladen. Mehr als 50 Vertreter von Organisa-tionen und Einzelpersonen nahmen daran teil. Auch mehrere Mitglieder unseres Vereins sind inzwischen Mitglied geworden. Neben dem Vorstand wird der Verein auch einen Beirat haben. In diesen sollen fachlich und öffentlich engagierte Menschen berufen  werden, die mit dazu beitragen sollen, dass jüdisches Leben wieder einen festen Platz im Bochumer gesellschaftlichen Leben bekommt.    

Wesentliches Ziel des Vereins ist aber auch, durch Aufrufe, Benefiz-Veranstal
- tungen u.a. Möglichkeiten Spenden zu sammeln, um den Bau der Synagoge bald beginnen zu können. Die Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro sollen zu einem Drittel von der Stadt Bochum, einem Drittel dem Land Nordrhein-Westfalen und der Jüdischen Gemeinde getragen werden.

Mit der Übertragung eines Grundstückes an der Castroper Straße in Höhe des Stadtparkes (nahe dem Planetarium) hat die Stadt einen ersten Beitrag geleistet.

In einer feierlichen Veranstal-tung mit der Gemeinde, vielen Gästen, Vertretern bedeutender Bochumer Grup-pen und Organisationen unterzeichneten Oberbürgermei-ster Stüber für die Stadt Bochum und der Vorsitzende der Bochumer Gemeinde, Herr Rabinovic, sowie Landesrabiner Dr. Brandt am 2. Oktober 2003 in der derzeitigen provisorischen Synagoge an der Alten Wittener Straße den Übertragungsvertrag für das Grundstück.

Damit ist ein wichtiger Schritt für eine neue Synagoge in Bochum getan. Nun gilt es, die fehlenden Gelder zusammenzubringen, aber auch dieses äußere Zeichen neuen jüdischen Lebens in Bochum in den Herzen und im Bewusstsein der BochumerInnen zu verankern, damit die Gegner aus den Reihen geringer, aber sehr aktiver Neonazis keinen nachhaltigen Rückhalt in der Bevölkerung bekommen. (siehe auch Bericht von Johannes Ludwig)


(Günter Nierstenhöfer)