Mitteilungsblatt des Bochumer Bürgervereins

Bochum, September 2004                             Nr. 8

Inhaltsverzeichnis

60 Jahre nach der Deportation der letzten Sinti und Roma aus Bochum nach Auschwitz: Gedenkveranstaltung in der Christuskirche.

Am  18. Oktober 2003, 60 Jahre nachdem die letzten Sinti und Roma aus Bochum nach Auschwitz deportiert wurden, gestaltete die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten“ (VVN  - BdA) zusammen mit dem Kulturbüro der Stadt Bochum, der Christuskirche und dem Verein deutscher Sinti und Roma, Landesverband NRW, eine bewegende Gedenkveranstaltung in der Christuskirche.

Die Veranstaltung wurde von dem Vorsitzenden der VVN – BdA Klaus Kunold eröffnet. Er begrüßte die Besucher und die zahlreich anwesenden Sinti-Familien. Besonders herzlich begrüßte er die 79-jährige Josefine Atsch, die einzige Überlebende ihrer  Familie. Ihre Eltern und sieben Geschwister wurden in Auschwitz ermordet.

In seinem Redebeitrag erinnerte Roman Franz, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Sinti und Roma e.V. Landesverband NRW, an die Schwierigkeiten der überlebenden Sinti und Roma, bei den „Wiedergutmachungsverfahren  Entschädigungen durchzusetzen. Er wies auch auf die Erfolge der Sinti und Roma – Bürgerrechtsbewegung seit den 70er Jahren hin. Dennoch ist die Diskriminierung der Sinti und Roma nicht beendet.  - Dr. Hubert Schneider, Historiker an der Ruhr-Universität und Vorsitzender des Vereins „Erinnern für die Zukunft e.V.“ sprach zum Thema „Von der Diskriminierung zum Familienlager Auschwitz-Birkenau“. - Aus den Wiedergutmachungsakten zitierten Schauspielschüler der Westfälischen Schauspielschule Bochum noch einmal sehr eindrucksvoll die Diskriminierung und das Leiden der Opfer. - Das Ricky-Adler-Swingtett mit seiner hervorragenden Musik trug auch zum Gelingen der Veranstaltung bei. - Die vielen anwesenden Sinti und Roma machten auch deutlich, dass für sie die Verfolgung unter den Nazis nicht vergessen, die Gedenkveranstaltung not-wendig und eigentlich schon seit Jahren überfällig ist.

(Klaus Klunold)