Mitteilungsblatt des Bochumer Bürgervereins

Bochum, September 2004                             Nr. 8

Inhaltsverzeichnis

Gründung des „Verein zur Forschung, Förderung und Unterstützung jüdischer Kunst und Kultur“

Der „Verein zur Forschung, Förderung und Unterstützung jüdischer Kunst und Kultur“ wurde am 21. 5. 2003 in Bochum gegründet. Er hat seinen Sitz in Bochum und ist als gemeinnützig vom Finanzamt Bochum anerkannt. Vereinszweck ist die Forschung und pädagogische Auseinandersetzung mit dem kulturellen und ethnischen Verlust in Europa, insbesondere Deutschland, durch Vertreibung und Ermordung jüdischer Künstler und Kulturschaffender durch den Nationalsozialismus; Förderung und Unterstützung heutiger jüdischer Kunst und Kultur. Der Vereinszweck soll insbesondere durch öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungen, Publikationen, Seminare und Konzerte erreicht werden.

Der Verein hat inzwischen etwa 25 Mitglieder,  Juden und Nicht-Juden, Deutsche und ausländische Bürger  aus Bochum und Umgebung. Die Mitglieder treffen sich in der Regel 14-tägig, entweder privat oder anlässlich von Vorträgen in den Räumlichkeiten der Kirchengemeinde, Königsallee 123. 2003 wurde eine Vortragsreihe zum Thema „Jüdischer Kulturbund“ begonnen.  Sie  enthielt Vorträge über die Geschichte und Arbeit des Kulturbundes, die Redebeiträge wurden durch historischen Tondokumente ergänzt. Die Reihe wird fortgesetzt. Nach entsprechender Vorbereitung besuchten die Teilnehmer Museen bzw. Ausstellungen, die jüdischen Künstlern gewidmet sind, u.a. Felix Nussbaum, Mark Chagall, die Ausstellung „Recht des Bildes“ in Bochum. Auch der Besuch einer Aufführung des  Musicals „ Fiddler on the Roof“ stand auf dem Programm.

Das Besondere an dem Verein ist, dass seine Mitglieder selbst in ständigem Wechsel die Vorträge vorbereiten, durchführen und nachbereiten. Durch diese Arbeitsweise soll die Eigeninitiative and intensive Beschäftigung mit der jüdischen Kultur des Einzelnen und der Gruppe gefördert werden. Die Mitglieder sollen nicht die passive Rolle des Kulturkonsumenten einnehmen, sondern durch eigenes Tun lernen. So bereitet Tomas Holländer  gerade eine Vortragsreihe über Schallplatten mit jüdischen Künstlern vor. Für die Überlassung solcher Schallplatten  bzw. Hinweise, wo solche Platten zu finden sind – insbesondere Schellackplatten auf  78 Umdrehungen,  ist er sehr dankbar.

Weitere Informationen, auch Einladungen zu den weiteren Veranstaltungen (Eintritt für Nichtmitglieder 2 Euro) sind über den derzeitigen Vorsitzenden Herrn Tomas Holländer (Rathenaustr. 57, 45527 Hattingen, Tel. 0234/61484) zu erhalten.

Der Verein sucht weitere Mitglieder, die selbst initiativ werden wollen. Seine finanziellen Mittel – Mitgliederbeiträge und  (erbetene) Spenden - sind gering.  Der Verein unterhält das Konto 27410802 bei der Stadtsparkasse Bochum, BLZ 43050001.

(Tomas Holländer)