Mitteilungsblatt des Bochumer Bürgervereins

Bochum, September 2004                             Nr. 8

Inhaltsverzeichnis

Endlich im „Un-Ruhestand“ !

Hubert Schneider hat es geschafft ! Endlich kann er sich seine Zeit (zu großen Teilen) nach eigenen Vorstellungen einteilen !

Mit dem Ende des Wintersemesters 2003 / 2004 hat er seine Tätigkeit als akademischer Lehrer in der Ausbildung von angehenden Historikern beendet.

Am 29. Jan. 2004 wurde er in einer sehr persönlichen Feier im verschneiten Ambiente des „Haus der Freunde der Ruhr-Universität“ zunächst formell   ‚aus dem Staatsdienst entlassen’ durch den Dekan, der ihm die entsprechende Urkunde dazu überreichte.

Wie es Hubert Schneiders Art ist, waren ihm nicht die offiziellen ‚Honoratioren’ die wichtigsten Gäste, sondern Angehörige, Freunde, Weggefährten und ehemalige Studierende, die ihm aus Dank und Anerkennung eine 275-seitige Festschrift: „Deutsche-Juden-Polen, Geschichte einer wechselvollen Beziehung im 20. Jahrhundert", herausgegeben vom „Fritz-Bauer-Institut“ in Frank-furt unter Betreuung der stellvertretenden Direktorin des Instituts und Vorgängerin  von H. Schneider als Vorsitzende unseres Vereins: Dr. Irmtrud Wojak !

In dieser Festschrift beschreiben  ehemalige StudentInnen von Hubert Schneider - inzwischen engagierte WissenschaftlerInnen - Fragen, Themen zum Verhältnis Deutsche, Juden und Polen und beziehen Position, wie er es auch immer wieder deutlich tut.

In einer sehr persönlichen Art trugen Andrea Löw, Stefanie Walter und Kerstin Robusch ihren Dank und Ihre Erinnerung an die Begleitung durch H. Schneider im Stu-dium vor, worin wieder seine nicht nur wissenschaftlichen Ansprüche und Forderungen an die Studierenden deutlich wurden, sondern ganz beson-ders auch seine menschliche Offenheit / Begleitung der Studierenden mit ihren Fragen und Problemen  - auch in nicht fachlichen Bereichen.

Ebenso persönlich, von menschlichen  Empfindungen, aber auch von politischen klaren Forderungen an eine gesellschaftliche Wissenschaft wie Geschichte, die notwendige Verdeutlichung eigener  Standpunkte zu historischen wie aktuellen Fragen spiegelten sich in dem Beitrag von  Dr. Dieter Scheler,    einem ü- ber 25 Jahre wissenschaftlich, menschlich und politisch sehr engen Weggefährten der Historischen Abteilung, wie auch in Hubert Schneiders Dankansprache wider oder auch in den folgenden Gesprächen in gemütlicher Runde.

Und da – beim gemütlichen Teil fanden sich doch noch eine Reihe honoriger Kollegen der Historischen Abteilung ein, um einfach mitzufeiern.

Inzwischen versucht Hubert Schneider, seinen ‚Ruhe’-Stand zu ‚genießen’

Endlich hat er Zeit -  zwischen vielen Besuchen und anderen persönlichen Kontakten -  sich intensiv und systematisch seinem wissenschaftlichen und menschlichen Schwerpunkt der letzten Jahre zu widmen: der Aufarbeitung / Darstellung jüdischen Lebens in Bochum und der Emigration.

Für viele an diesen Themen Interessierte und  Engagierte - vor allem im Verein - ist dieses eine wichtige Möglichkeit, mehr über unsere Vergangenheit zu erfahren und zu lernen.

Schade nur, dass Studierende davon nicht mehr direkt ‚profitieren’ können - auch von seinen engagierten und einfühlsamen Exkursionen nach Auschwitz und dem Austausch mit der polnischen Partneruniversität in Krakau, die ihn für sein Engagement schon vor Jahren dafür mit der Ehrenmedaille auszeichnete und durch Prof. Zdzislaw Noga bei der Verabschiedung vertreten war.

(Günter Nierstenhöfer)