Mitteilungsblatt des Bochumer Bürgervereins

Bochum, September 2005                             Nr. 9

Inhaltsverzeichnis

Erste "Stolpersteine" in Erinnerung an jüdische BürgerInnen verlegt

Nachdem der Kulturausschuss der Stadt Bochum 2004 beschlossen hatte, "Stolpersteine" zur Erinnerung an ermordete jüdische Bochumer in der Stadt zu verlegen (wir berichteten im letzten Mitteilungsblatt darüber), wurden am 5. November 2004 die ersten Gedenksteine verlegt:

    - vor dem Schauspielhaus Bochum zum Gedenken an Terka Czillag. Sie war 12 Jahre Schauspieler in Bochum, wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie 1942 an einer Vergiftung starb. Die Patenschaft hatten junge SchauspielerInnen übernommen;

    - in der Annastraße wurden Steine zum Gedenken an Elfriede und Georg Salomon sowie Fritz Watermann verlegt (den Artikel aus der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung vom 29. Oktober 2004 drucken wir in diesem Heft ab). Elfriede und Georg Salomon wurden im Januar 1942 nach Riga deportiert, sie wurden nach 1945 für tot erklärt. Fritz Watermann starb in Auschwitz am 30.8.1942. Die Patenschaft hatten SchülerInnen der Hauptschule Fahrendeller Straße übernommen;

    - in der Maxstraße wurde ein Stein zum Gedenken an Ruth Salomon geb. Menzel verlegt. Ruth wurde zusammen mit ihrem Mann in Auschwitz ermordet. Die Patenschaft hatten SchülerInnen der Heinrich v. Kleist-Schule übernommen.

Am Vormittag des 5. November war im gut besuchten Großen Haus des Schauspielhauses Bochum das Projekt "Stolpersteine" präsentiert: Kulturdezernent Dr. Küppers würdigte das Projekt, das vom verantwortlichen Künstler Günter Demnig dann vorgestellt wurde. Die anschließende Verlegung des Steins für Terka Czillag wurde vor ca. 300 Gästen durch junge Schauspielerinnen eindrucksvoll gestaltet. Das Projekt "Stolpersteine" wird in Bochum gut angenommen. Vor allem Schulklassen, aber auch Einzelpersonen übernehmen Patenschaften. Am 18. November 2005 werden durch Günter Demnig die nächsten 23 Steine verlegt. Die "Paten" werden am 15. November 2005 die Ergebnisse ihrer Recherchen in einer öffentlichen Veranstaltung präsentieren.

(Günter Nierstenhöfer)